Pädagogisches Konzept der James-Krüss-Schule

Grund- und Gemeinschaftsschule der Gemeinde Helgoland

 

Das hier vorliegende pädagogische Konzept der Schule wurde im Juni 2010 erstellt und wird seit dem Schuljahr 2015/16 überprüft und überarbeitet.

 

1. Grundsätzliches zur Zielsetzung der James-Krüss-Schule

 

1.1 Einleitung

Die schulrechtlichen Veränderungen des Landes Schleswig – Holstein machen es erforderlich die bisherige Schulform der James – Krüss - Schule Helgoland zu verändern. Diese Veränderungen bieten die Chance, die Schulversorgung auf Helgoland bildungspolitisch und pädagogisch zu reformieren. Daraus ergeben sich schulorganisatorische und unterrichtliche Veränderungen. Unter diesen Voraussetzungen wird mit Beginn des Schuljahres 2011/12 aus der bestehenden Realschule mit Grund- und Hauptschulteil eine Gemeinschaftsschule mit Grundschulteil eingerichtet.

Die James – Krüss – Schule Helgoland soll sich zu einer integrativen Schule für alle Kinder und Jugendlichen entwickeln, in der Schülerinnen und Schüler aller Begabungen in leistungsgemischten Gruppen in einem weitgehend gemeinsamen Bildungsgang zu den Schulabschlüssen der Sekundarstufe I geführt werden.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen, unabhängig von den zu erreichenden Schulabschlüssen, individuell gefördert und gefordert werden. Laut Gemeinschaftsschulverordnung wird es kein „Sitzenbleiben“ geben, alle Schülerinnen und Schüler steigen zum Ende des Schuljahres in die nächste Klassenstufe auf, alle gehören bis zum jeweiligen Abschluss der Sek. I zu ihrem Klassenverband. Wiederholungen sind nur in Ausnahmefällen möglich und setzen das Einverständnis von Schülerinnen und Schülern und Eltern voraus. Damit sind die in der jeweiligen Klasse und Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit Eltern und Schülern von der Aufnahme bis zum Abschluss der Sek. I für die jeweilige Schullaufbahn des Kindes und Jugendlichen verantwortlich.

Die Schule wird die Bildungswege der Sekundarstufe I vereinen und folgende Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen anbieten:

Damit bietet die James - Krüss - Schule Helgoland alle bisherigen Schulabschlüsse an. Darüber hinaus wird es als Ganztagsschule viele Möglichkeiten geben, einen großen Teil des Tages mit anderen gemeinsam zu lernen, zu arbeiten und zusammen zu sein. Die Gemeinschaftsschule ist ein Ort, an dem unterschiedliche Unterrichtsformen, Arbeitsgemeinschaften, Freizeitangebote und die Möglichkeit des gemeinsamen Mittagessens bewusst zusammengeführt werden sollen.

 

1.2 Leitbild

 

James – Krüss – Schule Helgoland

Schule mit Weitblick

 

Aufgrund unserer einzigartigen Insellage bauen wir unser Konzept auf folgende zwei Säulen auf:

 

 

Wir wollen eine Schule sein, an deren Gestaltung sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in gemeinsamer Verantwortung beteiligen.

 

1.3 Öffnung der Schule durch Einbeziehen des Umfeldes

Die Öffnung der Gemeinschaftsschule zielt in zwei Richtungen: Es werden Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten außerhalb der Schule genutzt und Menschen mit besonderen Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in die Schule geholt.

1. Außerschulische Lernorte:

Es werden theoretische Unterrichtsinhalte durch praxis- und lebensnahe Anwendungen geübt und veranschaulicht.

2. Unterstützung durch Experten

 

2. Formen des gemeinsamen Lernens

 

2.1 Realisation gemeinsamen Lernens / Fächer und Lernbereiche

In der James-Krüss-Schule wird nicht nur das gemeinsame Lernen auf verschiedenen Niveaus innerhalb einer Jahrgangsstufe angeboten. Aufgrund der geringen Schülerzahlen werden aus der jeweiligen 5. und 6. Jahrgangsstufe, aus der 7. und 8. Jahrgangsstufe und aus der 9. und 10. Jahrgangsstufe drei jahrgangsübergreifende Lerngruppen gebildet, die gemeinsam an den Lerninhalten arbeiten. Alle Maßnahmen der Leistungsdifferenzierung auf drei Niveaustufen werden durch Binnendifferenzierung erzielt.

Es findet in den meisten Unterrichtsfächern jahrgangsübergreifender Unterricht statt, dessen Grundlage die Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz, die derzeit gültigen Lehrpläne und die künftigen (schulinternen) Fachcurricula bilden.

Es werden in der Sekundarstufe 1 alle in den allgemeinbildenden Schulen üblichen Fächer angeboten. Die Fächer Biologie, Physik und Chemie können auch epochal unterrichtet werden. Ab der Klassenstufe 7 kommt ein Wahlpflichtangebot im Umfang von 4 Unterrichtsstunden hinzu (u. a. die 2. Fremdsprache). Die Schülerinnen und Schüler müssen sich für ein Angebot entscheiden. Ab Klassenstufe 9 tritt ein weiteres zweistündiges Wahlpflichtangebot hinzu.

Für die Erteilung der Abschlüsse, die Übergänge und die Entlassung in den

Klassen 9/10 gelten die § 5 bzw. 6 der Gemeinschaftsschulverordnung. Bei den

Schülerinnen und Schülern der Klassen 7, 8, 9 und 10 wird auch am

Nachmittag, wie bisher auch, Schulunterricht erteilt, da die wöchentliche

Pflichtstundentafel nicht vormittags erfüllt werden kann.

Je nach Fach und Gruppenstärke können aus diesen drei Lerngruppen jahrgangsbezogene Teilgruppen gebildet werden.

Abhängig von den Unterrichtsinhalten wird in einigen Fächern der Lernstoff von zwei Jahrgängen im Rotationsverfahren behandelt. In den Fächern, in denen die Unterrichtsinhalte aufeinander aufbauen, werden gleichzeitig unterschiedliche Themen bearbeitet. Hier ist das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten besonders wichtig. In diesen Bereichen gewinnen offene Arbeitsformen, die die Schüler bereits aus der Grundschule kennen, mit den Möglichkeiten der Selbstkontrolle an Bedeutung. Da bis zu vier unterschiedliche Themen gleichzeitig bearbeitet werden, ist besonders rücksichtsvolles Verhalten zwingend erforderlich. Aufgrund der Unterrichtsorganisation und der starken Differenzierung hat sich der Einsatz von Lehrerteams bewährt.

 

Jahrgangsstufe 5 und 6

Die Jahrgangsstufen 5 und 6 bilden eine Phase besonderer Förderung, Beobachtung und Orientierung. Entsprechend den Kultusministerkonferenzvereinbarungen werden in dieser Phase differenzierte Anforderungen mit dem Ziel entwickelt, in bestmöglicher Weise die individuelle Leistungsfähigkeit zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich zu organisieren und Dienste zu übernehmen, Gruppenregeln und Vereinbarungen einzuhalten, unterschiedliche Arbeitsformen anzuwenden, über längere Zeiträume allein oder in Kleingruppen an Sach- oder Projektthemen selbstständig zu arbeiten und die Arbeitsergebnisse vorzutragen.

Die Lerngruppe der 5. und 6. Jahrgangsstufe wird in fast allen Fächern gemeinsam unterrichtet.

In Mathematik bildet ein entsprechend der Richtlinien ausgewähltes Lehrwerk die Grundlage des Lernens innerhalb einer Jahrgangsstufe. Zusätzliche Angebote, wie Lerntheken etc., ergänzen die Inhalte und bieten die Möglichkeiten der Differenzierung. Ähnliche Lerninhalte der beiden Jahrgangsstufen bieten die Gelegenheit jahrgangsübergreifend gemeinsam zu lernen.

Im Englischunterricht erfolgt eine jahrgangsbezogene Differenzierung. Der Unterricht in der Orientierungsstufe basiert auf jeweils einem Lehrbuch, in denen die Möglichkeiten der Binnendifferenzierung ausgeschöpft werden. Zusätzliches Übungsmaterial werden auf verschiedenen Niveaustufen angeboten.

In der 5. und 6. Jahrgansstufe wird das Fach Naturwissenschaften jahrgangsübergreifend und epochal unterrichtet. Es umfasst die Fächer Biologie, Physik und Chemie.

 

Jahrgangsstufe 7 und 8

Auch in der jahrgangsübergreifenden Lerngruppe des 7. und 8. Jahrgangs erfolgt ein gemeinsames Lernen in fast allen Fächern. Die genauen Inhalte legen die Lehrpläne und die Fachcurricula fest.

In Mathematik bildet weiterhin ein geeignetes Lehrwerk die Grundlage des Lernens. Ähnliche Lerninhalte werden in beiden Jahrgangsstufen zeitgleich bearbeitet. Die Leistungsdifferenzierung erfolgt durch zusätzliche ergänzende Materialien und Klassenarbeiten mit verschiedenen Anspruchsebenen. Am Ende der 7. Klasse muss den Schülern und Schülerinnen ein Leistungsniveau zugewiesen werden, um im Verlauf der 8. Klasse mit den sehr unterschiedlichen Inhalten starten zu können, die zur Vorbereitung der zu erwartenden Abschlüsse erforderlich sind.

Am Ende des 8. Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern über den zu diesem Zeitpunkt zu erwartenden Abschluss schriftlich informiert.

Im Englischunterricht kommen ab Klasse 7 leistungsdifferenzierte Lehrwerke ähnlichen Inhalts zum Einsatz, die jeweils weitere Möglichkeiten der Binnendifferenzierung bieten. Durch die ähnlichen Inhalte ist zum Teil gemeinsames Bearbeiten von Grammatiken möglich.

In der 7. und 8. Jahrgansstufe wird das Fach Naturwissenschaften jahrgangsübergreifend und epochal unterrichtet. Es umfasst die Fächer Biologie, Physik und Chemie.

 

Jahrgangsstufe 9 und 10

In der Lerngruppe der 9. und 10. Jahrgangsstufe steht, auf Grundlage der Anforderungen der Kultusministerkonferenz und der gültigen Lehrpläne, die gemeinsame Vorbereitung auf die jeweiligen Abschlüsse im Vordergrund.

In der 9. Klasse werden weiterhin drei Leistungsniveaus berücksichtigt. In der 10. Klasse sind es zwei, um einen möglichst reibungslosen Übergang in eine gymnasiale Oberstufe zu ermöglichen.

 

Im Mathematikunterricht und im Englischunterricht in der 9. und 10. Klasse, werden mithilfe des Lehrwerks und zahlreicher anderer Materialien gemeinsam neue Lerninhalte erarbeitet und die Abschlussprüfungen vorbereitet. Von großer Bedeutung sind das eigenverantwortliche Üben, das selbstständige Festlegen von Schwerpunkten und die Selbstkontrolle bearbeiteter Aufgaben.

Ab der 9. Klasse werden die Naturwissenschaften getrennt unterrichtet (Biologie, Physik und Chemie).

 

Kontingentstundentafel für die James-Krüss-Schule

Jahrgangsstufen

 

Fachbereich / Fach

5

6

7

8

9

10

Wochen-stunden

Wochenstunden

 

Deutsch

5

5

4

4

4

4

26

Mathematik

5

5

4

4

4

4

26

Englisch

5

5

4

4

4

4

26

Gesellschaftswissenschaften

(Geschichte, Erdkunde, Religion/Philosophie)

5

5

4

4

4

4

26

Naturwissenschaften

(Biologie, Physik, Chemie)

4

4

4

4

4

4

24

Ästhetische Bildung

(Kunst, Musik, Sport, Darstellendes Spiel)

4

4

5

5

4

4

26

Wahlpflichtbereich I

(2. Fremdsprache, Wirtschaftslehre, Technik, Gestalten)

 

 

4

4

4

4

16

Arbeit, Wirtschaft, Verbraucherbildung

(Technik, Textillehre, Haushaltslehre, Wirtschaft/Politik)

2

2

3

3

2

2

14

Wahlpflichtbereich II

(Fächer aus dem Angebot der Schule, die nicht bereits in WPB I gewählt wurden.)

 

 

 

 

2

2

4

Summe

30

30

32

32

32

32

188

                 

 

2.2      Orientierung an individuellen Lernvoraussetzungen

Der Erwerb der Selbstkompetenz hat für unsere Schülerinnen und Schüler eine besondere Bedeutung, da viele schon sehr früh ihr Elternhaus verlassen müssen, um auf dem Festland eine Ausbildung zu absolvieren oder eine weiterführende Schule zu besuchen. Um unseren Schülerinnen und Schülern Selbstkompetenz zu vermitteln, bieten wir ihnen verschiedene Unterrichtsformen an. Im Offenen Unterricht, im Projektunterricht sowie durch Wochenpläne, Stationsarbeit und Werkstattunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler nach und nach, ihre Zeit eigenverantwortlich einzuteilen und Aufgaben, ihren Fähigkeiten entsprechend, auszuwählen.

 

2.3 Umgang mit Heterogenität

Um den individuellen Lernvoraussetzungen im binnendifferenzierten Unterricht gerecht werden zu können, finden verschiedene Formen des offenen Unterrichts Anwendung. Grundlage hierfür ist eine Lernumgebung, die freies Arbeiten ermöglicht und zum Lernen motiviert. Dafür stehen gut ausgestattete Fachräume und ein Computerraum zur Verfügung. Des Weiteren lernen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung zu übernehmen, z.B. durch Patenschaften für jüngere Mitschüler.

Die Schüler werden durch die Beteiligung an AGs, der Fachkonferenz, Schulkonferenz als auch bei der Gartengestaltung befähigt, aktiv an der Gestaltung des Schullebens mitzuwirken.

Dazu gehört nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit der Helgoländer Kommune und Kirchengemeinde (Außenwirkung).

Den Umgang miteinander zu erleichtern, ist ein wesentliches Anliegen der Lehrkräfte. Darum werden regelmäßig Streitschlichterausbildungen (7. und 8. Klasse) durchgeführt, die zum Ziel haben, Schülerinnen und Schüler für einen fairen Umgang miteinander zu sensibilisieren. Aus diesen Gründen legen die Lehrkräfte Wert auf die Durchführung themenzentrierter und sachlicher Diskussionsrunden und Gesprächskreise.

Weiterhin hat sich das so genannte Helfersystem bewährt, demzufolge sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig innerhalb und außerhalb des Unterrichtes Hilfestellung geben.

 

3. Qualitätssicherung

 

Alle an Schule Beteiligten unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihren Bemühungen, den für sie bestmöglichen Schulabschluss zu erreichen. Die Schule erhebt den Anspruch durch ein entsprechendes Leistungsniveau den Zugang zur gymnasialen Oberstufe und anderen weiterführenden Schulen zu erleichtern.

Eine aktive Zusammenarbeit mit Schulen auf dem Festland, wie z.B. Bad Bederkesa wird angestrebt.

In das Zeugnis der Jahrgangsstufe 8 wird zum Halbjahr, spätestens aber zum Schuljahresende eine Bemerkung über den zu erwartenden Schulabschluss aufgenommen.

Ab Jahrgangsstufe 9 erfolgt die gezielte Vorbereitung auf die zentralen Abschlüsse. Die Vorbereitung erfolgt innerhalb der Lerngruppe 9/10 durch innere Differenzierung.

 

4. Formen der Leistungsbeurteilung

 

4.1 Inhalte der Leistungsbeurteilung

Es findet eine Leistungsbeurteilung aller von den Schülerinnen und Schülern erworbenen Kompetenzen in den verschiedenen Lernsituationen statt. Sie muss beschreiben und aufzeigen, welche Teilziele bereits erreicht und in welchen Bereichen noch Defizite aufzuarbeiten sind. Die Festsetzung neuer, kurz- und mittelfristiger Ziele wird mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und es wird abgeklärt, welche Hilfen sie zur Realisierung dieser Ziele benötigen.

Alle von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Schullebens erbrachten Leistungen sind Gegenstand der Leistungsbeurteilung. Dies bezieht sich nicht nur auf die verschiedenen im Unterricht angewendeten Arbeitsformen und -ergebnisse, in denen sich Methoden-, Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz dokumentieren, sondern ebenso auf Halb- und Ganzjahresarbeiten, Projekttage und –wochen, Arbeitsgemeinschaften, Schul- und Sportfeste, Teilnahme an Wettbewerben etc.

In allen Jahrgangsstufen werden Notenzeugnisse erteilt, die durch ergänzende Rückmeldeverfahren transparenter gemacht werden.

 

4.2 Formen der Leistungsbeurteilung

Eine differenzierte und komplexe Form der Leistungsbewertung darf nicht zu Lasten des Unterrichts und der Unterrichtszeit gehen. Es sind daher Formen der Leistungsbeurteilung zu erstellen, die zugleich ökonomisch, komplex, effektiv und für alle im Unterrichtsprozess mittelbar und unmittelbar Involvierten hilfreich sind.

Hierzu zählen:

 

•      Lernpläne

•      regelmäßige Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler und gemeinsame Absprache über Hilfestellungen

•      besondere Würdigung herausragender Leistungen.

 

4.3 Differenzierung und Transparenz

Um die individuellen Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler würdigen zu können, werden Aufgabenstellungen so konzipiert, dass die einzelnen Schülerinnen und Schüler Aufgaben entsprechend ihres Leistungsniveaus wählen und bearbeiten können. In Tests, Klassenarbeiten, Schul- und Hausaufgaben werden Aufgaben unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades angeboten. Durch z. B. vorher aufgelistete Punkteverteilung oder Zuordnung der Aufgaben zu verschiedenen Notenbereichen erfolgt ein erster Schritt in Richtung Transparenz der Leistungsbeurteilung und Differenzierung von Leistungen innerhalb einer Klasse: Jede Schülerin/jeder Schüler wählt nach Beratung durch den Fachlehrer den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben und legt dadurch gleichzeitig einen Beurteilungsrahmen für sich fest. Dieses Konzept der Aufgabengestaltung macht das Leistungsniveau sowie die Beurteilung auch gegenüber Eltern, Kollegen und Mitschülern transparent.

 

5. Förderkonzept

 

Die James – Krüss – Schule Helgoland schafft aufgrund der örtlichen Gegebenheiten die räumlichen, materiellen und personellen Bedingungen, um alle Schülerinnen und Schüler am Unterricht partizipieren zu lassen. Dafür werden folgende Maßnahmen durchgeführt:

 

6. Berufsorientierung / Vorbereitung auf die Arbeitswelt

Die Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung an der Gemeinschaftsschule.

Der Prozess der Berufsorientierung, der Hinführung zur Berufswahlentscheidung und der Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche erfordert eine sehr persönliche Lebensbegleitung.

Daher sollte jeder Schüler und jede Schülerin eine zentrale Person als Ansprechpartner/in seiner/ihrer Anliegen haben (Fachlehrer Wirtschaft/Politik).

Mittel:

  1. Es finden mindestens zwei Praktika statt
  2. Bewerbungstraining (Verfassen von Bewerbungen und Lebensläufen, Vorstellungsgespräche trainieren)
  3. Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit Elmshorn, BIZ-Fahrt (Berufsinformationszentrum)
  4. Potenzialanalyse Wirtschaftsakademie (WAK) Elmshorn mit Nachbereitung auf Helgoland
  5. Beratungsgespräche mit dem Berufsberater in der Schule
  6. Informationsabend mit Vertretern/Vertreterinnen der Wirtschaft (Rotarier)
  7. Wahrnehmung von sozialen Aufgaben für die Klasse und die Schule
  8. Girls’/Boys’-Day
  9. Sozialer Tag
  10. Örtliche Unternehmen und/oder Eltern stellen ihre Ausbildungsberufe vor

 

7. Visionen

  1. Ausbau der Vernetzung der Schule mit allen an Schule Beteiligten und Interessierten, damit der Name “Gemeinschaftsschule“ realisiert wird
  2. Aufbau einer öffentlichen Darstellung der Aktivitäten der Gemeinschaftsschule Helgoland (Internetseite, Ausstellung der Abschlussprojekte etc.)
  3. Austausch mit Schulen auf dem Festland und im Ausland
  4. Ausbau der Fördermaßnahmen, vor allem mit neuen Medien (Whiteboards, E-Learning)
  5. Ständige Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte, unter anderem durch Nutzung neuer Medien (E-Learning), Abrufveranstaltungen (Fortbildungsveranstaltungen, die die Schule nach Absprache mit dem IQSH zu einem gewünschten Termin in Anspruch nehmen kann), Schilftage (schulinterne Lehrerfortbildungen)
  6. Durchführung verschiedenster Projekte wie „Umgang miteinander“, „Gewalttrainings“, Supervision, „Soziales Lernen“ etc.

 

 

8. Ganztagsschule

 

Die Ganztagsschule bietet ergänzend zum planmäßigen Unterricht an drei Wochentagen (Montag, Dienstag, Mittwoch) allen Schülerinnen und Schülern der James-Krüss-Schule Angebote außerhalb der verpflichtenden Unterrichtszeit. Die Teilnahme am Ganztagsangebot ist freiwillig. Nach der Unterrichtszeit steht ein freiwilliger Mittagstisch zur Verfügung. Dabei soll die Mittagspause die häusliche Essensteilnahme mit anschließender Rückkehr ermöglichen. Die Anmeldung einer Schülerin oder eines Schülers (auch für Teile des Angebots sowie mit oder ohne Mittagessen) ist für die Dauer eines Schulhalbjahres verbindlich. Der zeitliche Rahmen des Nachmittagsangebotes der Ganztagsschule erstreckt sich von 13.00 – 17.00 Uhr.

 

8.1 Ziele

Das Ganztagskonzept ist als weiterer Schritt der kontinuierlichen Schulentwicklung und Verwirklichung des Leitbildes der Schule zu vereinen:

Durch eine Betreuung in den Bereichen der schulischen Förderung und der Freizeitgestaltung erhalten auch benachteiligte sowie begabte Schülerinnen und Schüler Anregungen, kognitive Fähigkeiten und affektive Kompetenzen weiter zu entwickeln.

 

8.2      Zielgruppen

Das Angebot der Ganztagsschule richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Insel Helgoland.

 

8.3      Kooperationspartner

 

8.4 Beschreibung der einzelnen Angebote

Eine Betreuung wird durch außerschulisches Personal gewährleistet. Das inhaltliche Programm wird durch die Schulleitung und das betreffende Personal in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern gestaltet.

Ziel ist es, dass der Erlass „Jede Stunde zählt“ umgesetzt wird.

Das Mittagessen wird durch die örtlichen Restaurants angeliefert und durch außerschulisches Personal betreut. Im Angebot steht ein abwechslungsreiches und „kindgerechtes“ Essen.

Zeit zum Spielen (u.a. Bolzplatz) und Erholen (u.a. Ruheraum) wird den Schülerinnen und Schülern nach dem Mittagessen gegeben, damit sie sich ausgeruht und entspannt in den Nachmittag begeben können. Auch dieser Bereich wird durch außerschulisches Personal betreut.

Unter fachkundiger Leitung wird den Schülerinnen und Schülern in separaten Räumen die Möglichkeit geboten die Hausaufgaben anzufertigen.

Die Angebote der Arbeitsgemeinschaften richten sich nach den Interessen der Schülerinnen und Schüler und werden durch Lehrerinnen und Lehrer sowie außerschulischem Personal durchgeführt.

Folgende Fördermaßnahmen werden angeboten: LeseRechtschreibSchwäche, Dyskalkulie, Sprachfördermaßnahmen, Hochbegabung

 

8.5      Evaluation

Das nachmitttägliche Angebot soll halbjährlich ergänzt und weiterentwickelt werden, wobei ein Mitwirken der teilnehmenden Schülerinnen und Schülern als pädagogisches Ziel angestrebt wird. Auch der vermehrte Einsatz von Schülerinnen und Schülern in Leiterfunktion fördert die Selbst- und Fachkompetenz der Beteiligten. Die Steuergruppe verpflichtet sich die Umsetzung des Konzeptes kurz-, mittel- und langfristig zu begleiten.

Die Evaluation erfolgt im Rahmen regelmäßiger Veranstaltungen zum Thema „Informations- und Erfahrungsaustausch – Ganztagsschule“. Hierzu werden die Honorarkräfte und die in der Ganztagsschule eingesetzten Lehrkräfte eingeladen, um eine Stärken–Schwächen–Analyse vorzunehmen. Es werden Probleme erörtert und gemeinsam nach praktikablen Lösungen gesucht.