Musical 2025: Drei Engel für Carlie
Ende Januar war es wieder so weit: Die Nordseehalle füllte sich mit einem murmelnden Publikum, dessen gespannte Erwartungen nicht enttäuscht wurden, als die Musicalgruppe aus unserem Ganztagsangebot ihre aktuelle Produktion “Drei Engel für Carlie” präsentierte. Seit zehn Jahren bringt die Gruppe unter der Leitung von Martina Mangelsdorf fast jeden Winter ein abendfüllendes Spektakel auf die Bühne. In diesem Jahr waren 9 Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 16 Jahren beteiligt. Unterstützt von zusätzlichen Darstellerinnen und Darstellern, schlüpften die insgesamt 14 Mitwirkenden im Laufe der fast dreistündigen Vorstellungen in 44 unterschiedliche Rollen mit ebenso vielen Kostümwechseln. Sechs Helfende sorgten im Backstage-Bereich dafür, dass 342 Requisiten und Kostümteile stets an Ort und Stelle waren. Drei weitere Personen steuerten im Technikteam sekundengenau Licht, Ton und Spezialeffekte. Schnell war klar: Hier ist ein eingespieltes Team am Werk.
Das Skript aus der Feder von Kursleiterin Mangelsdorf verwob geschickt nicht weniger als 25 bekannte Märchen zu einer fantasievollen Geschichte: Begleitet von einer regenbogenbunten guten Fee (gespielt von Paula), sind Dornröschen (Teodora), Schneewittchen (Juno) und Rapunzel (Carla) unterwegs zum Königsschloss. Auf dem Weg dorthin zeigt ihnen die gute Fee, dass nicht jede Heirat mit einem Märchenprinzen zwangsläufig zum Happy End führt. Ihre Zukunftsvisionen waren inspiriert von Loriots Szenen einer Ehe und wurden herrlich interpretiert - teilweise humorvoll, teilweise ergreifend - von Alex und Chiara.
Im Schloss von König Carl erfahren die Damen, dass Prinz Heinrich (Marc) verschwunden ist. Zur Überraschung aller entpuppen sie sich als Geheimagentinnen, die sich schließlich gemeinsam mit dem Herold Bossli (Jonathan) auf die Suche nach dem Prinzen machen. Dabei begegnen ihnen die unterschiedlichsten Figuren und das Publikum erfährt, wie es im Märchenwald zugeht, wenn das Märchenbuch zugeschlagen ist. Natürlich gibt es dabei so manche Überraschung. Durch die Geschichte führt ein Erzähler (Jakob), der später als Diener James alle zum Schmunzeln bringt. Bis der Prinz schließlich gefunden ist, wird klar, dass es im wahren Leben nicht immer zugeht wie im Märchen und dass es nicht unbedingt einen Märchenprinzen braucht, um glücklich zu werden.
Insgesamt wurde die mitreißend erzählte Geschichte von 22 Musikstücken untermalt, größtenteils selbst live gesungen und mit umfangreichen Choreographien vorgetragen. Ob „Saturday Night“ von den Bee Gees oder der Donauwalzer von Johann Strauss – die Lieder aus mindestens fünf Jahrzehnten waren abwechslungsreich und stimmungsvoll. Belohnt wurden die Mitwirkenden mit Standing Ovations und einer komplett ausverkauften zweiten Aufführung.
Der Schulleiter Marcus Tandecki zeigte sich vom hohen Grad der Professionalität des Musicals im Rahmen des Ganztagsangebotes begeistert und lobte das hohe Engagement aller Beteiligten.
(Text und Fotos: M. Mangelsdorf)









