Bannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite

James-Krüss-Schule
HELGOLAND

  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Musical 2026: Ein Klassentreffen der besonderen Art

Auch in diesem Winter gab es wieder eine Produktion der Musicalgruppe vom Ganztagskurs der James-Krüss-Schule. Helgoländer Jugendliche luden zum „Klassentreffen“ und präsentierten mit diesem Stück erstmalig ein Mystery-Musical. Unter der Leitung von Martina Mangelsdorf und Beate Richter brachten 11 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren ein abendfüllendes Programm auf die Bühne. Backstage unterstützen sechs Helferinnen beim Schminken, Umziehen und Anreichen der zahlreichen Requisiten. Drei weitere Personen steuerten im Technikteam sekundengenau Licht, Ton und Spezialeffekte. Per live Audio-Einspielung war auch Marc Peters beteiligt, Helgoländern bekannt aus der Erwachsenen-Theatergruppe Nai Komeders. 

Im ersten Akt erlebten die Zuschauer, wie sich neun ehemalige Klassenkameraden 25 Jahre nach ihrem Schulabschluss wiedersehen. Sie kommen zusammen, schwelgen in Erinnerungen an ihre Lehrer und feiern mit einer Polonäse, die das begeisterte Publikum in der Nordseehalle von den Stühlen reißt und zum Mitmachen einlädt. Dann jedoch erfahren alle von Mandy, einer früheren Mitschülerin, die in der achten Klasse spurlos verschwand. Die Stimmung verwandelt sich in humorvolles Unbehagen, als eine der Ehemaligen, die Bestatterin Rebecka, ausdrucksstark gespielt von Paula Münster, versucht, das Rätsel per Tarotkartenlegung zu lösen. Als das kein eindeutiges Ergebnis bringt, bauen sich Verdächtigungen und Vorwürfe rund um Mandys Verschwinden auf und die Fassade der Figuren beginnt zu bröckeln. Sofia (Carla Kujath) ist reich, aber unglücklich, Josy (Tessa Fedtke) geht in ihrem turbulenten Familienalltag unter und Karo (Gabriela Mandusov) hält als alleinerziehende Mutter und ausgebrannte Ärztin im Schichtdienst nur noch dank Pillen durch. 

Als sich der Vorhang zum zweiten Akt öffnet, die Überraschung: Mittels Zeitsprung sind plötzlich alle zurück in der achten Klasse. Das Publikum wird Zeuge, was sich damals in der Schule zugetragen hat und wie die Schülerinnen und Schüler von der Polizei verhört werden. Was weiß Abby (Juno Antony) und wieso war sie eifersüchtig auf Mandy? Warum hat Elif (Mihaela Mandusov) so tiefe Schuldgefühle? Und wie reagierte Max (Jonathan Steglich), als er von Mandy abgewiesen wurde? Dabei erheitern das Publikum nicht nur zahlreiche Verweise auf das Leben in den 80er und 90er Jahren, sondern auch die Kostüme, die jedes für sich einen Musikstil der damaligen Zeit repräsentiert. Von Tamara (Teodora Todea) im stilechten Grunge-Look bis hin zu Tim (Marc Winkels), dem Gameboy-spielenden Punk, ist alles dabei. Das Ensemble wird durch zwei zusätzliche Tänzerinnen (Jette Engel und Merit Dörman) ergänzt. Was letztlich mit Mandy geschehen ist, wird ganz zum Schluss angedeutet, aber nicht aufgelöst – wobei jede der drei Aufführungen ein anderes Ende hat. Mystery eben! 

Musikalisch war auch dieses Musical wieder inspiriert von den Wünschen der Zuschauer aus vergangenen Jahren. Selbst der Vorschlag „Bringt uns doch mal ein Ave Maria auf die Bühne“ wurde mit brennenden Laternen stilvoll umgesetzt. Von Neuer Deutscher Welle über Die Ärzte bis hin zu den Backstreet Boys gab es unterschiedlichste Lieder und Tänze. Beklemmend die Inszenierung von Falcos Hit „Jeanny“, beeindruckend synchron der „Cup Song“ mit Becher-Rhythmik am Tresen und als besonderes Highlight an zwei Vorführungen der Gastauftritt von Jack Jürgensen, der die zauberhaft anrührende Choreografie zu „Forever Young“ mit seiner Stimme veredelte. Das Publikum war begeistert und feierte die Gruppe mit Standing Ovations. Insgesamt war es wieder eine großartige Leitung aller Mitwirkenden und definitiv ein Highlight im winterlichen Veranstaltungskalender der Insel.                            

(Text und Foto: Mangelsdorf) 

Musicalszene